Forschung I - Architekt Dirk Scharmer

Go to content

Main menu:

Forschung I

Regionen Aktiv Altmark

Zwei Förderprojekte Regionen Aktiv, BMVEL, Baustofftests, Zulassungsantrag, Bildungs- und Informationsarbeit, Laufzeit gesamt Juli 2003 bis Dezember 2005
Ein REGIONEN AKTIV - Projekt stellt sich vor!
Projekt 1: "Strohballenbautechnik und Herstellung in der Altmark"
Laufzeit: 01. Juli 2003 bis 31.Dezember 2004
(Download Abschlussbericht 1,2MB)
Projekt 2: "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung von Strohballen"
Laufzeit: 01. Oktober 2004 bis 31.Dezember 2005

Gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) im Programm "Regionen Aktiv" in der Region Altmark.

Mit Strohballen lassen sich auf einfache Weise sehr umweltfreundliche, regional produzierte Wohnhäuser, Stallungen und Lagerräume erstellen, deren Dämmung Passivhausstandard erreichen kann. In Deutschland hat diese Bauweise bislang jedoch nur wenig Verbreitung gefunden. In vielen anderen Ländern, beispielsweise den USA, Australien aber auch hier in Europa in Österreich und Dänemark boomt das Bauen mit Ballen.

Kurzfassung der Maßnahmen
Unter dem Titel "Strohballenbautechnik und Herstellung in der Altmark" wurden von Juli 2003 bis Dezember 2004 umfangreiche Maßnahmen zur Förderung des Strohballenbaus in Deutschland und zur Etablierung dieser neuen Bauweise in der Altmark durchgeführt. Unter Federführung des Projektträgers, dem Freundeskreis Ökodorf e.V., haben sich hierfür weitere Partner zusammengefunden. Die Schwerpunkte des Projekts waren das Erarbeiten und Weitergeben von Fachwissen, die Durchführung von Baustoffprüfungen um eine möglichst weitreichende bauaufsichtliche Anerkennung zu erreichen. Außerdem wurden Richtlinien zu einem geeignetem Herstellungsverfahren erarbeitet und mehrere tausend qualitativ hochwertige Baustrohballen in der Region hergestellt. Um eine weitere Verbesserung der Genehmigungsfähigkeit zu erreichen konnte zusätzlich noch das Nachfolgeprojekt "Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung von Strohballen" ins Leben gerufen werden. Dieses Projekt hat die Durchführung weiterer Untersuchungen in den Bereichen Feuchteverhalten und Wärmeschutz zum Inhalt.
Projektbeteiligte
Projektträger Freundeskreis Ökodorf e.V.
Entwicklung des Ökodorfes Sieben Linden als sozialökologisches Modellprojekt in der Altmark. Die Grundidee des Ökodorfs Sieben Linden ist es, eine ökologische und soziale Modellsiedlung zu schaffen, in der 250 - 300 Menschen ihr Lebensumfeld so gestalten, dass ein nachhaltiger Lebensstil möglich ist.

Landwirtschaftsprodukte eG Bandau
Die Landwirtschaftsprodukte eG Bandau stellt in Kooperation spritzmittelfreie Baustrohballen her. Kriterien zur Qualitäts- sicherung werden erarbeitet.

Fachverband Strohballenbau Deutschland e.V.
Der fasba steht für die Etablierung einer fachgerechten, anerkannten Strohballenbauweise in Deutschland. In das regionale Projekt "Strohballenbau in der Altmark" bringt er internationale Erfahrungen, die Beratung/Information und Öffentlichkeitsarbeit mit ein. Im Sommer 2003 wurde in der Altmark das 2. Deutsche Strohballenbaunetzwerk - Treffen als öffentliche Veranstaltung erfolgreich durchgeführt. Im Sommer 2004 fand eine Beteiligung an der Internationalen Strohballenbaukonferenz in Dänemark statt.. Im Rahmen des Projekts wurden 2 Arbeitsstellen geschaffen. Der Fachreferent betreut die Baustoffprüfungen und das bauaufsichtliche Zulassungsverfahren und koordiniert die beauftragten Fachleute bei der Erstellung von Studien und Expertisen. Außerdem sorgt er für die Beratung von potentiellen Bauherren sowie interessierten Handwerkern, Planern und Landwirten. Als Ansprechpartner für Medienvertreter wird durch ihn ein wesentlicher Teil der Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Der Bildungsreferent organisiert Bildungsmaßnahmen und Baupraktika rund um das Thema Strohballenbau im Rahmen des Strohballen - Pilotprojektes in Poppau/Sieben Linden.
Aus der bisherigen Projektarbeit
Zulassung von Stroh als Baustoff
Im Juni 2003 hat der fasba beim DIBt in Berlin die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (AbZ) für Strohballen beantragt. Hierfür wurden bereits einige Tests initiiert und erfolgreich durchgeführt. Die Untersuchung der Wärmeleitfähigkeit (beim FIW/München) ergab einen Lambda-R Wert von 0,045 W/mK, ähnlich gut wie der, vergleichbarer Dämmstoffe. In zwei Brennbarkeitstests (ebenfalls beim FIW/München) haben Strohballen die Brennbarkeitsklasse B-2 (normalentflammbar) erreicht. Ein im Juli 2003 im IBMB an der MPA/Braunschweig durchgeführter Brandtest ergab die Feuerwiderstandsklasse F-90 für eine beidseitig mit 3cm Lehm verputzte Strohballenwand. Mit Erlangung der AbZ soll der Anwendungsbereich des derzeit gültigen allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses erheblich erweitert werden. Bislang dürfen Strohballen zur Ausfachung in Unterstützungsabständen von kleiner 1m bereits verwendet werden, wenn Sie keine Aufgaben der Standsicherheit und des Wärmeschutzes übernehmen. Letzteres ist derzeit nur über eine Zustimmung im Einzelfall bei der obersten Bauaufsicht möglich. Diese muss zusätzlich zur Baugenehmigung bei der obersten Bauaufsicht beantragt werden.
Mehrgeschossige Strohballenbauweise
Anfang 2005 wurde das erste dreigeschossige Strohballen- Mehrfamilienhaus Europas in der Altmark fertiggestellt. 20 Menschen leben hier auf ca. 530m2 Nutzfläche. Das Haus trägt inzwischen den Namen "Strohpolis" Regionen Aktiv hat die Grundlagen geschaffen und den Weg für die Baugenehmigung geebnet. Mit Unterstützung von Regionen Aktiv wurden baustellennahe Praxisveranstaltungen besucht, an denen über 200 Menschen teilgenommen haben. Strohpolis zeigt auch beispielhaft, das naturnahe Bauweisen auch für verdichtete, flächensparende Bebauungen verwendbar ist.
Regionen Aktiv
Insgesamt 18 Modellregionen werden im Rahmen des Modellvorhabens REGIONEN AKTIV vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Im Zeitraum von 2002 bis 2005 sollen sie zeigen, wie die Zukunft auf dem Lande aussehen kann: Eine multifunktionale Landwirtschaft, die gesunde, sichere Lebensmittel erzeugt und gleichzeitig eine intakte Natur sowie genügend Einkommensquellen im ländlichen Raum sichert. Die Modellregionen werden dabei mit insgesamt mindestens 45 Mio. Euro aus dem Verbraucherschutzministerium unterstützt. REGIONEN AKTIV ist eines von 11 Pilotprojekten der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. In deren Rahmen soll demonstriert werden, wie eine dauerhafte soziale, wirtschaftliche und umweltverträgliche Entwicklung ländlicher Regionen in der Praxis aussehen kann.
Modellregion Altmark
Das Projekt "Strohballenbau in der Altmark" ist Teil der Modellregion Altmark.

 
Back to content | Back to main menu